Seit einiger Zeit ist bei uns ein neues Familienmitglied eingezogen. Das Wutmonster. In den Momenten, an denen das Wutmonster auftaucht, ist meine große Tochter verschwunden und macht ihm platz. Man kann sie dann auch nicht mehr ansprechen oder andersweitig erreichen. Sie ist einfach verschwunden. Auch dagegen anschreien bringt nichts. Ja, ich habe geschrieen und getobt. Obwohl ich das niemals tun wollte. Aber das Wutmonster bringt mich dazu. Und das macht mich noch wütender!
Ein Trotzanfall hier, ein Trotzanfall da. Kann ich irgendwie mit leben, auch wenn es anstrengend und nicht schön ist. Auch mit einem schreienden Kind einzukaufen, macht mich fertig, aber gehört wohl dazu. Habe ich mir sagen lassen.
Aber jetzt hat sich dieses fiese Wutmonster bei uns eingeschlichen! Die Socke ist verdreht... Tada, da ist es. Der Arm findet nicht in den Ärmel... Tada, da ist es. Die Finger rutschen nicht passend in den Handschuh... Tada, da ist es! Bis wir morgens zum Kindergarten aufbrechen, bin ich einem Nervenzusammenbruch verdammt nahe. Madame will alles selber machen, kann sie ja auch. Aber bitte nicht bei jedem zweiten Kleidungsstück mit Schaum vor dem Mund. Diese Wut! Auf Socken und Strumpfhosen!
Kann ich nur auf den Sommer hoffen, wenn man mit nackten Füßen in Sandalen schlüpfen und Hängerchen ohne hochrutschende Arme anziehen kann? Oder besteht etwa Hoffnung, dass dieses Monster wieder verschwindet? So schnell wie es gekommen ist, und ich bekomme meine oft trotzige, aber nicht immer wütende Tochter wieder?